Ein zentraler Fehler, der selbstfahrende Autos zum Stillstand bringt, stellt eine erhebliche Herausforderung für die Betreiber dar. Verschiedene Ursachen können zu solchen Pannen führen.
Am 31. März kam es in Wuhan, China, zu einem massiven Ausfall bei dem Robotaxi-Dienst “Apollo Go”, als über hundert Fahrzeuge während der Fahrt abrupt stillstanden und bis zu zwei Stunden nicht mehr fuhren. Die Fahrzeuge bremsten mitten im Verkehr ab und informierten die Passagiere per Durchsage, dass Unterstützung bald eintreffen würde. Allerdings war das Supportteam überlastet, sodass Hilfe ausblieb. Während die meisten Fahrgäste sicher aus den Robotaxis steigen konnten, fühlten sich einige in Verkehrssituationen unsicher.
Es gab zudem mindestens drei Berichte über Kollisionen mit anderen Autos, die auf die stehenden Fahrzeuge auffuhren. Verletzungen wurden jedoch nicht gemeldet. Baidu, der Betreiber von Apollo Go, hat sich bisher nicht zum Vorfall geäußert, was den Ruf des Dienstes als einer der am weitesten entwickelten Robotaxi-Anbieter weltweit beeinträchtigen könnte.
In Europa führt Baidu einen Feldversuch mit autonomen Kleinbussen in St. Gallen und dem Appenzellerland durch, um die Zuverlässigkeit dieser Fahrzeuge unter europäischen Bedingungen zu testen. Robotaxis kommunizieren normalerweise nur punktuell mit der Zentrale für Updates oder Anweisungen, sollten jedoch kurzzeitig auch ohne Datenverbindung funktionieren können. Bei langen Unterbrechungen fahren sie in manchen Fällen autonom an den Straßenrand, um Risiken zu minimieren – eine Maßnahme, die bei dem Vorfall im März 2026 nicht ergriffen wurde.
Im Gegensatz dazu hatte Waymo, ein Tochterunternehmen von Alphabet, mit einem anderen Problem während eines massiven Stromausfalls in San Francisco am 20. Dezember 2025 zu kämpfen. Die Fahrzeuge blieben an Kreuzungen stehen und führten zu Verkehrsbehinderungen, ohne jedoch Personen zu verletzen. Durch das Erlöschen der Ampeln mussten die Waymo-Fahrzeuge diese wie unbeschilderte Kreuzungen behandeln. Sie kontaktierten die Zentrale für Anweisungen, doch alle Fahrzeuge meldeten sich gleichzeitig, was zu einer Überlastung des Personals führte.
Waymo räumt ein, nicht auf solch chaotische Verkehrsverhalten vorbereitet gewesen zu sein und erkennt den Bedarf für Notfallstrategien. Im Vergleich war der Vorfall bei Baidu schwerwiegender, da Auffahrunfälle verursacht wurden.
Um solche Notsituationen besser zu bewältigen, wäre eine Kommunikation zwischen autonomen Fahrzeugen in einem Radius von einem Kilometer denkbar. Zudem könnte das Supportpersonal durch externe Operatoren ergänzt werden. Waymo hat angegeben, die Protokolle nach dem Stromausfall verbessert und Software-Updates implementiert, um zukünftig besser reagieren zu können.