Obwohl Nitazene bisher nur vereinzelt in der Schweiz aufgetaucht sind, warnen Experten vor einer möglichen Zunahme. Kantone wie Zürich, Basel sowie aktuell Freiburg, Genf und Waadt bereiten sich bereits konkret darauf vor.
In Freiburg wurden Gesundheitsfachleute über die Risiken dieser Drogen informiert, was eine von drei Initiativen des Kantons darstellt. Die weiteren Maßnahmen umfassen ein Monitoring der konsumierten Substanzen sowie die Berechtigung für die Stiftung Le Tremplin, den Nasenspray Naloxon als Sofortmittel gegen Opioidwirkungen einzusetzen.
Im Februar wurde Personal der Stiftung Le Tremplin speziell geschult und anschließend mit 50 Packungen des Nasensprays ausgestattet. Dieses Gegenmittel wird vom geschulten Personal bei Verdacht auf eine Opioid-Überdosis eingesetzt, nachdem der Notruf 144 gewählt wurde. Laut Kanton kann das Spray «keine besonderen Risiken mit sich bringen und Leben retten, indem es die Wirkung von Opioiden kurzzeitig neutralisiert».
Jede solche Intervention ist einem Bericht an den Kantonsarzt zu melden, der für die Überwachung gesundheitlicher Gefahren zuständig ist.
Auch in Genf hat die Regierung einen kantonalen Präventions- und Bewältigungsplan verabschiedet. Die Behörden sollen auf das Risiko einer Nitazenverbreitung vorbereitet werden, um deren frühzeitige Erkennung zu ermöglichen und eine weitere Ausbreitung im Kanton zu unterbinden.
Wie in Freiburg soll auch in Genf der Nasenspray Naloxon eingesetzt werden, um die Gefahr tödlicher Überdosierungen zu minimieren. Diese Pläne sollen verhindern, dass sich die Situation wie in den USA entwickelt, wo im Jahr 2021 über 100’000 Menschen durch synthetische Opioide ums Leben kamen.
«Es handelt sich um extrem starke Substanzen, die ausschließlich in geheimen Laboren produziert werden», erklärte Nicolas Dietrich, kantonaler Suchtbeauftragter im Kanton Freiburg, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Wir verzeichnen eine steigende Präsenz dieser Drogen in Nachbarländern sowie mehr Überdosen in Verbindung mit diesen Substanzen.»
Besorgnis erregend ist zudem das Risiko, dass diese Stoffe unbemerkt eingenommen werden. Dietrich betont, dass bereits «sehr geringe Mengen Überdosierungen auslösen können».