Heinz Weber durchlebte eine beinahe tödliche Phase nach einer Lungenembolie. Seit neun Monaten befindet er sich im Spital Bülach ZH, wo er immer wieder auf der Intensivstation behandelt wurde. “In dieser Isolation kämpft man mit Medikamenten und ihren Nebenwirkungen, während die Familie fehlt”, beschreibt Weber seine Situation. Um sich abzulenken, habe er begonnen, Löcher in der Decke zu zählen.
Die Ankunft von Oriana, einer 14-jährigen Labradorhündin, veränderte Webers Perspektive grundlegend. “Der Hund lenkt dich in positive Gedanken und bringt neue Hoffnung”, berichtet Weber. Das Spital Bülach führt als eines der ersten in der Schweiz einen Hund auf die Intensivstation ein – eine bemerkenswerte Neuerung, da Besuchshunde dort üblicherweise nicht erlaubt sind.
Stefan Schöne, Leiter der Pflegeabteilung, war zunächst skeptisch: “Haustiere bringen Keime mit sich.” Um Sicherheitsbedenken zu adressieren, entwickelte das Spital ein Jahr lang ein Konzept, das regelt, wer den Hund sehen darf und wie die Hygiene für Oriana gewährleistet wird. Die Hundeführerin Christine Bucher betont: “Oriana muss geimpft, entwurmt und sauber gehalten werden.” Diese Standards sind erfüllbar.
Inzwischen ist Oriana als feste Mitarbeiterin auf der Intensivstation tätig und unterstützt aktiv die Genesung der Patienten. Schöne berichtet von positiven Rückmeldungen: Ein Patient empfand sich zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder wie ein Mensch. Die Beobachtungen zeigen eine Verbesserung des Wohlbefindens, eine regulierte Herzfrequenz und Blutdruck.
Weber selbst betont den enormen positiven Effekt durch Oriana – sowohl während ihrer Anwesenheit als auch in der Vorfreude auf ihre Rückkehr. Ihr regelmässiger Besuch hat für ihn und andere Patienten eine bedeutende Rolle bei der Genesung eingenommen.
Quelle: Schweiz Aktuell, 8.4.2026, 19 Uhr