Nach monatelangen Verhandlungen haben die USA und die Schweiz eine Einigung erzielt, bei der US-Zölle auf Schweizer Importgüter von ursprünglich 39 Prozent auf 15 Prozent reduziert wurden. Diese Absichtserklärung tritt rückwirkend ab dem 15. November in Kraft, obwohl der Supreme Court Trumps Zölle im Februar als unrechtmässig deklarierte. Trotz dieser Entscheidung verfolgt die Schweiz weiterhin ein Handelsabkommen mit den USA.
Im Rahmen der Einigung hat sich die Schweiz verpflichtet, bis 2028 Direktinvestitionen in Höhe von mindestens 200 Milliarden Dollar in den USA zu tätigen. Die Pharmaindustrie soll dabei eine bedeutende Rolle spielen, auch wenn konkrete Investitionsprojekte nicht bekannt gegeben wurden. Das Weisse Haus bestätigte, dass bereits bis 2026 67 Milliarden dieser Summe investiert werden sollen.
Darüber hinaus hat die Schweiz den USA niedrigere Zölle für diverse Produkte wie Fisch und Meeresfrüchte zugesichert. Die Verhandlungen zwischen beiden Ländern dauern an, wobei eine rechtlich bindende Vereinbarung bis März 2026 angestrebt wird. Andernfalls könnten die USA neue Zölle in Erwägung ziehen.
Trump reagierte auf das Urteil des Supreme Courts mit der Ankündigung, alternative Mittel zur Geldbeschaffung zu nutzen. Dazu gehören Section-301-Untersuchungen gegen 16 Handelspartner, einschließlich der Schweiz und der EU. Der Bundesrat sieht trotz Trumps Entscheidung die Notwendigkeit fortzufahren.
Trotz des Verwaltungswechsels erhielten die USA am 1. August einen Basiszoll von 39 Prozent auf Schweizer Exporte, während andere Länder wie Kanada mit 35 Prozent und die EU mit 15 Prozent belegt wurden. Trump begründete dies mit dem Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber der Schweiz, welches 2024 bei rund 48 Milliarden Dollar lag.
Nach anfänglichen Verhandlungen ohne Ergebnis signalisierte die Schweiz schnell ihre Bereitschaft zu weiteren Gesprächen. Unter der Führung von Bundesrat Guy Parmelin wurde schließlich im November ein neuer Durchbruch erzielt, unterstützt durch eine Wirtschaftsdelegation, die sich kurz vorher mit Trump traf.
Die Schweiz ist nach wie vor ein bedeutender Investor und Arbeitgeber in den USA, mit Investitionen von rund 352 Milliarden Dollar im Jahr 2023. Schweizer Unternehmen bieten dort über 675.000 Arbeitsplätze an und zahlen höhere Löhne als andere ausländische Investoren.