In der vierten Kriegswoche überraschte US-Präsident Donald Trump mit dem Vorschlag, Gespräche mit Teheran aufzunehmen – eine kluge Taktik. Nachdem er die iranische Energieinfrastruktur als Zerstörungsziel genannt hatte und den Iran zu einer Freigabe der Strasse von Hormuz für den Schiffsverkehr innerhalb von 48 Stunden gedrängt hatte, verlängerte Trump überraschend das Ultimatum. Er begründete dies mit «guten und produktiven» Gesprächen mit dem Iran, deren Existenz oder Ebene unklar bleibt. Diese Verhandlungsoption erweitert seine strategischen Möglichkeiten im Konflikt. Bis dahin hatten die USA ihren Druck hauptsächlich militärisch erhöht: Durch das Versenken iranischer Schiffe, Angriffe auf Revolutionswächter-Einrichtungen und den politischen Führungsapparat. Das eigentliche Ziel blieb jedoch unklar; es wurde sogar von einem möglichen Regimewechsel gesprochen. Nach dem Tod des Revolutionsführers Ayatollah Ali Khamenei hätte Trump einen entscheidenden Sieg verzeichnen können, zog diesen Schritt aber vorerst zurück. Trump fand sich immer tiefer in einem Konflikt wieder, angetrieben von Partnern wie Israel. Trotz US-amerikanischer militärischer Überlegenheit blieb der versprochene Sieg aus. Nun konzentriert er sich darauf, die Strasse von Hormuz für den Schiffsverkehr zu öffnen und die Finanzmärkte zu stabilisieren – ein Problem, das vor dem Konflikt nicht bestand. Sein Ultimatum brachte nicht nur Teheran unter Druck, sondern auch Trump selbst in eine Zwangslage, während Exil-Iraner wie Reza Pahlevi vor Bombardierungen von Kraftwerken warnten. Diesmal verzögerte Trump jedoch die nächste Eskalationsstufe. Während einige dies als iranischen Etappensieg und US-Schwäche werten könnten, ist es in Wirklichkeit ein kluger Zug Trumans. Die Welt spekuliert über mögliche Gespräche zwischen Iranern und Washington, während Trump bereits einen diplomatischen Weg einschlägt, falls beide Seiten dies wollen. Sollten die USA am Ende der Woche offizielle Verhandlungen mit dem Iran beginnen, wäre niemand überrascht. Obwohl Trump zu Monatsbeginn weitere Verhandlungen ausgeschlossen hatte und Teheran keine Kompromisse signalisiert hat, suchen beide Seiten heimlich nach Wegen, den Konflikt zu lösen. Der Iran könnte trotz Überlebenswillen an der Macht bleiben müssen und wird möglicherweise Kompromisse eingehen müssen, um Frieden mit Golfnachbarn herzustellen. Die USA könnten auch mit massiven militärischen Einsätzen die Strasse von Hormuz nicht vollständig freigeben oder das iranische Atomprogramm beenden. Trump könnte daher einen Kompromiss eingehen und Gespräche mit Iran suchen, ohne dass dies als Schwäche gedeutet wird. Sollten diese Verhandlungen keinen Erfolg bringen, behält er sich die Option einer militärischen Eskalation vor.