In der deutschen Hauptstadt nimmt die Gewalt durch türkische und kurdische kriminelle Gruppen zu. Diese drängen in Berlin ein und verbreiten Angst mit illegal beschafften Schusswaffen. Ein Gastronom entdeckte am Nollendorfplatz Einschusslöcher und alarmierte die Polizei, die Patronenhülsen sicherstellte. Solche Vorfälle häufen sich: Kriminelle verlangen von türkisch-kurdischen Unternehmern im Westen Berlins Schutzgelder zwischen 100.000 und 200.000 Euro pro Jahr. Nicht zahlende Opfer werden durch nächtliche Schüsse eingeschüchtert, die oft auf Geschäfte oder Wohnungstüren abgegeben werden.
Die Zahl der Schusswaffendelikte erreichte 2025 mit 1119 Fällen einen Höhepunkt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Polizei registrierte dabei in 616 Fällen Drohungen und in 515 Fällen tatsächliches Schießen. Ein Teil des Anstiegs könnte auf neue Verfahren zurückzuführen sein, die eine genaue Erfassung der Waffenarten erfordern. Berlin wies bereits 2024 die höchste Rate an solchen Delikten pro Kopf in Deutschland auf und verzeichnete einen Anstieg von 68 Prozent.
Seit Jahresbeginn wurden neun Schussabgaben dem organisierten Verbrechen zugeordnet, weitere 15 konnten nicht eindeutig zugeordnet werden. Viele Zwischenfälle bleiben ungemeldet oder werden erst während Ermittlungen bekannt.
Türkische Banden, darunter die bekannte Istanbuler Gruppierung der “Daltons”, treiben diese Gewalt voran. Diese operieren europaweit und suchen nach neuen Einnahmequellen, da sie in ihrer Heimat zunehmend unter Druck geraten. Der Kopf der Bande, Beratcan Gökdemir alias “Can Dalton”, soll sich in Russland aufhalten und dort Schutz geniessen.
Die “Daltons” bestreiten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Schutzgelderpressung und andere kriminelle Aktivitäten. Im Gegensatz zu etablierten Clans rekrutieren sie ihre Handlanger oft unter türkisch-kurdischen Asylbewerbern. Ihre Strategie zielt auf sichtbare Einschüchterung ab, um Furcht zu verbreiten.
Die Berliner Polizei gründete die BAO Ferrum, eine Spezialeinheit zur Bekämpfung dieser Bedrohung. Die Einheit hat bis Mitte November über 800 Lokale und fast 3000 Fahrzeuge kontrolliert, zahlreiche Ermittlungsverfahren eingeleitet und Schusswaffen beschlagnahmt.
Die Konflikte eskalierten weiter, als Mitglieder der “Daltons” auf einen Supermarktbetreiber schossen. Ein Berliner Halbwelt-Boss erhielt Drohungen und wurde angeschossen, kurz vor seinem Tod durch Krebs soll er den Banden verziehen haben.
Die Konflikte zwischen etablierten Verbrechern und den neuen Herausforderern sind offenbar noch lange nicht ausgestanden. Der symbolische Platz des Kranzes der “Daltons” auf dem Friedhof deutet an, dass die Spannungen weiterhin hoch bleiben.