Rakesh Padiyath hat seit Mai 2025 die Leitung des Universitätsspitals Basel (USB) inne. Obwohl er bisher wenig öffentlich in Erscheinung trat, präsentiert er nun überraschend positive Zahlen. Seine akademische Laufbahn umfasst ein Medizinstudium an der Universität Zürich und eine Promotion sowie einen MBA von der Universität Basel.
SRF: 2025 verzeichnete das USB einen Gewinn von 6,6 Millionen Franken. Wie wurde dies erreicht?
Rakesh Padiyath erklärt: Der erfreuliche Turnaround ist vor allem darauf zurückzuführen, dass wir das Claraspital übernommen haben und daher das Klinikum 3 nicht mehr bauen müssen. Hierfür mussten wir jedoch Abschreibungen tätigen; ohne diese läge der Gewinn bei 19 Millionen Franken. Im Jahr 2023 verzeichneten wir ein Minus von 50 Millionen, begründet durch steigende Kosten und teils unzureichende Tarife.
Padiyath betont, dass die Spitalbranche damals hohe Herausforderungen zu bewältigen hatte. Obwohl einige Teuerungskosten in den neuen Tarifen berücksichtigt wurden, blieben nicht alle Kosten abgedeckt. Er hebt hervor, dass der Gewinn durch operative Verbesserungen und die Steigerung von ambulanten Behandlungen erzielt wurde. Kritiker bemängeln, das USB ziehe Patienten aus Baselland an.
Padiyath erwidert, dass Patientinnen und Patienten sich dem Ort ihrer Wahl zuwenden, vor allem in Notfällen wie Unfällen oder Schlaganfällen. Die Zunahme von komplexeren Krankheitsbildern sei ebenfalls auf die alternde Bevölkerung zurückzuführen. Trotz Überlegungen zur Einschränkung der Spitalwahl zwischen den beiden Basel, betont er die Bedeutung der Freizügigkeit seit 2014.
Das Kantonsspital Baselland (KSBL) verzichtet auf einen Neubau zugunsten von Investitionen in bestehende Standorte. Diese Entscheidung überrascht das USB, da die Summe deutlich höher ist als für den eigenen Ersatzbau des Klinikums 2.
Padiyath erwägt weitere Entwicklungen und betont die Sinnhaftigkeit von Investitionen in medizinische Versorgung anstelle von Beton. Die enge Zusammenarbeit mit KSBL, besonders im Herzkatheterlabor und bei der Ausbildung, sei essentiell.
In einem Interview mit Nina Gygax beschreibt Padiyath seinen fulminanten Start als USB-Direktor: Lange Arbeitstage seien durch seine Leidenschaft für die Medizin ausgeglichen. Trotz der Herausforderungen bleibt er zuversichtlich, zukünftig schwarze Zahlen schreiben zu können.