Das Zürcher Kinderspital verzeichnete im letzten Geschäftsjahr ein Betriebsdefizit von 4,7 Millionen Franken. Trotz Optimismus plant die Leitung weitere Schritte zur Kostenreduktion und hofft auf höhere Tarife.
Seit zwei Jahren steht das Spital unter intensiver Beobachtung des Kantons Zürich, da es zweimal staatliche Unterstützung erhielt. Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli forderte den Stiftungsrat ein Jahr zuvor auf, strenge Kostensenkungsmaßnahmen umzusetzen und drohte mit weiteren Maßnahmen bei unzureichender Umsetzung.
Die Jahresbilanz 2025 zeigt eine vorsichtig positive Entwicklung: Das konsolidierte Ergebnis weist ein Plus von 20,8 Millionen Franken auf. Trotz staatlicher Zuschüsse in Höhe von 25 Millionen Franken im Vorjahr endete der Spitalbetrieb jedoch mit einem Defizit. Die Verbesserung verdankt das Spital einer konsequenten Umsetzung betriebswirtschaftlicher Maßnahmen, die durch den Neubau ermöglicht wurden und Wachstum sowie Effizienz steigerten.
Die Zahl der stationär behandelten Patienten ist am neuen Standort in Lengg um ein Zehntel gestiegen, ebenso wie die Fallzahlen im ambulanten Bereich. Der Umsatz stieg um 7 Prozent, während der Betriebsaufwand um 4 Prozent gesenkt wurde. Allerdings brachte der Umzug zusätzliche Kosten mit sich. Trotz erhöhter Tarife reichen diese noch nicht aus, um die Kosten zu decken.
Das positive konsolidierte Ergebnis ist auch einmaligen Effekten wie der Auflösung von Rückstellungen und dem Verkauf einer Liegenschaft geschuldet. Die Spitalleitung erwartet für 2026 weiterhin herausfordernde finanzielle Bedingungen und plant weitere Maßnahmen zur Ertragsoptimierung und Kostensenkung, während sie auf höhere Tarife hofft.
Eine weitere Finanzspritze ist nicht vorgesehen. Im Jahr 2024 beantragte das Spital Betriebsbeiträge für die nächsten Jahre, wobei die Genehmigung von zwei Jahren gewährt wurde, aber keine Zusage für 2026 erfolgte. Der Kanton entsandte zudem Aufseher in den Stiftungsrat zur Kontrolle.
Zusätzlich zu den Beiträgen erhielt das Spital ein Darlehen über 100 Millionen Franken des Kantons, um die Kostenüberschreitungen beim Neubau zu kompensieren. Ursprünglich war von Baukosten zwischen 550 und 600 Millionen die Rede; letztendlich beliefen sie sich auf 761 Millionen. Die betreibende Eleonorenstiftung musste nahezu ihr gesamtes Vermögen opfern, um die Mehrkosten zu decken.
Eine Stellungnahme der Gesundheitsdirektion stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung aus.