Der japanisch-schweizerische Industriekonzern Hitachi Energy AG plant einen neuen Campus im Grossraum Limmattal, der bis zu 3.000 Arbeitsplätze schaffen soll. Wettingen (AG) und Otelfingen (ZH) sind in einem Wettbewerb um diese wirtschaftliche Bereicherung, da sie von den geplanten Steuermillionen profitieren könnten. Diese Entwicklung zwingt Politiker aller Couleur dazu, sich mit der Frage des Landeswachstums auseinanderzusetzen.
Die Landschaft im Tägerhardächer bei Wettingen erlebt die Frühlingserwachen auf ihren Feldern, aber diese Ernte könnte die letzte sein. Auf diesen Flächen soll ein neuer Industrie-Campus entstehen, was eine bedeutende Veränderung für die Region mit sich bringen würde. Der Campus benötigt neue Infrastrukturen wie Wohnungen und Schulen sowie zusätzliche Transportwege.
Die SVP unterstützt das Projekt in Wettingen, obwohl sie landesweit gegen Wachstum spricht. Auf kommunaler Ebene hat die Ortspartei zugestimmt, während auf kantonaler Ebene der Aargauer Parteipräsident Andreas Glarner keine Widersprüche sieht. Die Initiative der SVP «gegen die 10-Millionen-Schweiz» sei nicht gegen Arbeitsplätze gerichtet.
Hitachi Energy AG möchte seine Aktivitäten in einem Campus zusammenführen, was Investitionen von mehreren hundert Millionen Franken erfordern würde und das Areal umfasst 10 Hektar Ackerland. Das Projekt verspricht Steuereinnahmen bis zu 10 Millionen Franken pro Jahr.
Die Gemeinde Wettingen ist entschlossen, den Campus zu sichern, obwohl sie finanzielle Probleme hat und das Land in einem geschützten Landschaftsgürtel liegt. Die Anpassung der Planungen erfordert politische Überzeugungsarbeit. Nachbargemeinden wie Würenlos sind besorgt über die negativen Auswirkungen ohne direkte Vorteile.
Otelfingen bietet mit bereits eingezontem Land eine weniger umstrittene Alternative, was die Konkurrenz für Wettingen verstärkt. Politiker aus verschiedenen Parteien loben das Projekt als wirtschaftliche Chance, während die SVP intern geteilte Meinungen hat.
Einige in der SVP sehen das Vorhaben kritisch und befürchten einen Präzedenzfalleffekt bei Einzonungen. Umweltverbände fordern ökologische Massnahmen zum Schutz der Natur, während Landwirte eine Kompensation für das verlorene Ackerland verlangen.
Die Entscheidung Hitachis steht noch aus und soll unabhängig von der 10-Millionen-Initiative getroffen werden. Das Unternehmen betont seinen langfristigen Wunsch, in der Schweiz zu bleiben.