Umberto Bossi, ein prägender Rechtspopulist und Mitgründer der italienischen Partei Lega, ist mit 84 Jahren in einem Krankenhaus in Varese gestorben. Dies teilte die Partei am Donnerstag mit. Ursprünglich als Autonomiebewegung ‘Lega Autonomista’ Ende der 1980er Jahre von Bossi ins Leben gerufen, entwickelte sich diese zur Lega Nord und später zur heutigen rechtspopulistischen Regierungspartei in Rom.
In seiner politischen Laufbahn arbeitete Bossi eng mit dem verstorbenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zusammen und war zeitweise als Abgeordneter im italienischen sowie Europaparlament tätig. Als zwei Maliger Minister unter Berlusconis Forza Italia, geriet er auch oft in Konflikte mit ihm. Der italienische Präsident Sergio Mattarella beschrieb Bossi posthum als “aufrichtigen Demokraten”.
Durch seine Kritik an Rom und den Zentralismus Italiens gewann Bossi insbesondere im Norden des Landes viele Anhänger. Nach einem Finanzskandal trat er 2012 von seinem Parteivorsitz zurück und wurde wegen Veruntreuung zu einer Haftstrafe verurteilt. Seine öffentliche Präsenz nahm in den letzten Jahren ab, obwohl er weiterhin Senator war.
Aktuell führt Matteo Salvini die Lega an, der als Vize-Regierungschef neben Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fungiert. In Umfragen liegt die Partei nun unter zehn Prozent. Wegen Bossis Tod wurden alle für den bevorstehenden Wochenende geplanten Veranstaltungen zu einer Volksabstimmung über eine Justizreform abgesagt.