Ray Lange, ein Feuerwehrmann der Stadt Taucha in Sachsen, wurde zu einer Strafe von 369 Euro verurteilt, weil er mit 69 anstatt den erlaubten 30 Kilometern pro Stunde zu einem Brand eilte. Obwohl Polizisten und Feuerwehrleute oft schneller fahren dürfen, wenn es um Notfälle geht, kam es in Taucha zu einer lokalen Diskussion über die Anwendung dieser Regeln.
Nachdem Lange geblitzt wurde, erhielt er eine Strafe sowie zwei Punkte in Flensburg und musste seinen Führerschein einen Monat abgeben. Diese Situation führte zum Rücktritt Langes aus der Feuerwehr, nachdem er öffentlich seine Enttäuschung über die Behandlung durch die Stadt geäußert hatte.
Lange argumentierte in einem Statement bei einem Versammlungstermin mit Artikel 35 der Straßenverkehrsordnung, welcher Sonderrechte für Feuerwehr und Polizei vorsieht. Der Deutsche Feuerwehrverband betonte jedoch, dass diese Rechte die öffentliche Sicherheit nicht gefährden dürfen.
Bürgermeister Tobias Meier erklärte gegenüber der Presse, es gebe Empfehlungen für Kommunen, bei geringfügigen Geschwindigkeitsüberschreitungen von bis zu 20 km/h die Ermittlungen einzustellen. Da Langes Überschreitung höher lag, sei eine solche Empfehlung nicht anwendbar gewesen.
Lange lehnte ein Angebot des Bürgermeisters ab, das Verfahren durch eine Spende zu einem gemeinnützigen Zweck einzustellen, da er kein Schuldeingeständnis abgeben wollte. Der Prozess ist noch ausstehend und wird entscheiden, ob Lange für die Überschreitung haftbar gemacht wird.