Die steigenden Wohnkosten in der Schweiz belasten viele Menschen finanziell stark. Dies zeigt sich im Mietbarometer, das von Sotomo im Auftrag des Schweizer Mieterinnen- und Mieterverbandes erstellt wurde.
An der Umfrage nahmen rund 35.000 Mieter teil. Fast 40 Prozent gaben an, mehr als 30% ihres Haushaltseinkommens für die Miete auszugeben, was über den Empfehlungen des Dachverbandes «Budget Schweiz» liegt.
Michael Töngi vom Mieterinnen- und Mieterverband betont: “Wenn mehr als 30% des Einkommens für die Miete ausgegeben werden müssen, dann ist das zu viel. Dann fehlt Geld an anderer Stelle, was Sparmaßnahmen oder Mehrarbeit erfordert.” Jeder zwanzigste Befragte gab sogar an, über die Hälfte seines Einkommens für Wohnkosten aufzuwenden.
Alleinstehende Frauen und Personen über 55 Jahren zahlen im Verhältnis zu ihrem Einkommen am meisten. Die Mietkostenbelastung ist landesweit ähnlich stark, Unterschiede zwischen Stadt- und Landgebieten sind minimal.
Larissa Steiner von der Rechtsberatung des Zürcher Mieterverbandes sagt: “Die Mieten haben in den letzten Jahren so stark zugenommen, dass die Löhne nicht mithalten konnten. Daher ist ein höherer Anteil des Einkommens für Mieten zu erwarten.” Trotz der steigenden Belastung durch hohe Mieten wehren sich nur wenige Mieter bei Problemen mit Vermietern.
Michael Töngi ergänzt: “Fast die Hälfte hat trotz sinkender Referenzzinssätze keine Mietzinssenkungen gefordert, oft aus Angst vor Konflikten.”
Larissa Steiner bestätigt das wachsende Machtgefälle zwischen Vermieter- und Mieterschaft: “Viele fürchten eine Kündigung und den Verlust einer neuen Wohnung, was die Ungleichheit der Situation unterstreicht.” Der Mieterinnen- und Mieterverband fordert stärkere staatliche Eingriffe, um Mietpreise zu regulieren und Vermieter zur Weitergabe von Zinssenkungen zu verpflichten.