Im Basler Klybeckquartier wurden im Grundwasser unzulässig hohe Konzentrationen von Stoffen wie Benzidin, 4-Aminobiphenyl, PFAS und Arsen festgestellt. Dies erfordert eine Bodensanierung vor dem geplanten Baubeginn des neuen Quartiers.
Matthias Nabholz vom Basler Amt für Umwelt und Energie betont: «Die Grundeigentümerinnen Rhystadt und Swiss Life müssen nun weitere Untersuchungen durchführen, um die Quellen der Kontamination zu identifizieren und zu beseitigen.» Er begrüßt, dass an belasteten Standorten gebaut wird, da dies zur Sanierung des Bodens zwingt.
Das Vorhandensein von Giftstoffen im Klybeckquartier war bereits bekannt, da dort Jahrzehnte lang Chemie produziert wurde. Seit 2001 wird das Grundwasser überwacht und seit drei Jahren intensiviert diese Überwachung. Adrian Kohler, Sprecher der Grundeigentümerin Rhystadt, erklärt: «Grundwassermonitoring ist vergleichbar mit einem Fiebermesser; genaue Eruierung von Quellen erfordert weitere Bohrungen, die nun durchgeführt werden.»
Bis Frühjahr 2027 streben Rhystadt und Swiss Life einen detaillierten Sanierungsplan an, basierend auf den neu angekündigten intensiven Messungen.
Martin Forter, ein Altlastenexperte, hat schon lange eine umfassendere Untersuchung des Bodens gefordert. Seine Warnungen bezüglich Benzidin wurden in neueren Tests bestätigt. Er meint dazu: «Das geplante Vorgehen ist sicherlich richtig, aber systematischer könnte es sein. Eine Anpassung des Messprogramms würde wahrscheinlich noch mehr aufdecken.»
Das Klybeckareal im Norden von Basel erstreckt sich über 300’000 Quadratmeter und zählt zu den größten Transformationsflächen in der Schweiz. Es liegt zwischen Rhein und Wiese, grenzt an die Quartiere Klybeck, Kleinhüningen, Matthäus- und Horburg.
Früher war hier Chemieproduktion angesiedelt; bis 2040 sind rund 8500 Wohnungen für Einwohner geplant, wovon ein Drittel gemeinnützig in Kostenmiete angeboten werden muss. Zudem sollen Arbeitsplätze für 7500 Menschen und zwei Parks entstehen.
Rhystadt und Swisslife planen das Quartier gemeinsam mit dem Kanton Basel-Stadt. Obwohl die Notwendigkeit von Schadstoffuntersuchungen allgemein anerkannt ist, gibt es nun Diskussionen über deren Umsetzung und Messortbestimmung.
Regionaljournal Basel, 9.4.2026, 12:03 Uhr