Der deutsche Kosmetikkonzern Beiersdorf hat seine schweizerischen Unternehmensaktivitäten vom steuerlich attraktiven Basel in das teurere Zürich verlagert. Dieses Vorhaben wurde am Montag bekannt gegeben und umfasst vor allem Marketing, Sales, Finanzen, HR und Supply-Chain-Funktionen, wie Heike Huber, die Country-Managerin von Beiersdorf, gegenüber der NZZ erklärte. Der Basler Standort wird aufgelöst.
Im Zürcher Seefeld, wo bereits Marken wie La Prairie und Chantecaille mit rund 300 Mitarbeitenden ihren Sitz haben, werden nun auch die Teams von Nivea, Labello, Hansaplast und Eucerin integriert. Dies umfasst insgesamt 71 Beschäftigte in Büro- und Außendienstfunktionen. Weltweit beschäftigt der Konzern über 22.000 Angestellte, darunter auch einen Produktionsstandort in Berneck (SG).
Der Umzug soll die Zusammenarbeit zwischen den Marken stärken, ohne Änderungen in Strukturen und Funktionen herbeizuführen. Interessant ist dabei der steuerliche Kontext: Laut dem Zürcher Steuerbelastungsmonitor 2025 liegt Basel-Stadt bei der Reingewinn- und Kapitalbelastung von Aktiengesellschaften auf Platz zehn, während Zürich den letzten Rang einnimmt.
Für die umziehenden Angestellten ist dieser Wechsel finanziell vorteilhaft. Ein Ehepaar ohne Kinder mit einem Jahreseinkommen von 150.000 Franken würde in Basel 19.000 Franken Steuern zahlen, während es in Zürich 3000 Franken weniger wären. Die Krankenkassenprämien fallen in Zürich ebenfalls niedriger aus, wie der Steuer- und Prämienrechner des Bundes zeigt.
Dennoch hat Beiersdorf die Löhne an den neuen Standort angepasst, um diesen Faktor auszugleichen. Darüber hinaus übernahm das Unternehmen Umzugskosten und Pendelkosten für seine Mitarbeiter. 95 Prozent der Basler Angestellten entschieden sich dafür, zum neuen Standort zu wechseln; vier Büroangestellte verließen die Firma.
Heike Huber betont, dass der Hauptgrund des Umzugs nicht in steuerlichen Vorteilen liegt, sondern in der geographischen Konsolidierung der verschiedenen Marken an einem Ort. Zudem hat Beiersdorf bereits früher innerhalb von Zürich umgesiedelt, etwa im Jahr 2024.
Für die Gemeinde Volketswil bedeutete der vorherige Umzug von La Prairie einen erheblichen Verlust, da das Unternehmen dort den größten Teil der Unternehmenssteuern zahlte. Im vergangenen Jahr verzeichnete Beiersdorf bei einem Umsatz von knapp 10 Milliarden Euro einen Reingewinn von über 900 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird mit einer zurückhaltenden Entwicklung gerechnet.