In den letzten Wochen hat sich eine intensive Debatte um die Vorwürfe gegen den deutschen Schauspieler Christian Ulmen entfacht. Nach Angaben seiner Ex-Frau Collien Fernandes soll er über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren Fake-Profile in sozialen Netzwerken erstellt haben, um sie darzustellen. Über diese Profile soll Ulmen mit Männern intime Gespräche geführt und künstlich hergestellte pornografische Bilder sowie Videos verschickt haben. Fernandes beschreibt die Vorfälle als «virtuelle Vergewaltigung», die sie tief traumatisiert habe, und sieht in ihrer Geschichte ein Beispiel für digitale Gewalt gegen Frauen. Christian Ulmen hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Sein Anwalt kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an und sprach von einseitigen sowie teilweise falschen Darstellungen, während für Ulmen weiterhin die Unschuldsvermutung gilt. In der Schweiz hat die Diskussion seit letzter Woche stark an Fahrt aufgenommen. Insbesondere junge Frauen äußern in den sozialen Medien ihre Solidarität mit Fernandes und empören sich über das System, das solche Fälle zulässt. Julia Meier von der feministischen Organisation Brava betont die Bedeutung des öffentlichen Drucks auf politische Entscheidungen, um gegen digitale Gewalt vorzugehen. Deutschland reagiert mit rechtlichen Schritten: Justizministerin Stefanie Hubig kündigte an, dass das Herstellen und Verbreiten von Deepfakes unter Strafe gestellt werden soll. Ein Gesetzentwurf für den besseren Schutz vor digitaler Gewalt wird bereits Anfang April im Kabinett erwartet. In der Schweiz fordert SP-Nationalrat Cedric Wermuth eine Fokussierung auf die Verhinderung struktureller Gewalt, während Solidarität auch von vielen jungen Männern kommt. Michael Koger, Co-Leiter der Fachstelle «OH BOY*» für Jungenarbeit, hebt hervor, dass junge Männer zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und dem Einfluss hypermaskuliner Online-Kulturen gefangen sind. Beide Experten betonen die Notwendigkeit von männlichen Vorbildern, um Diskriminierung entgegenzuwirken. Quelle: SRF 4 News, News Plus, 20. März 2026, 16 Uhr