Ein Bundesgericht in San Francisco hat entschieden, dass das Verteidigungsministerium der USA die KI-Firma Anthropic vorerst nicht als Lieferkettenrisiko einstufen darf. Dieses Urteil ist Teil eines anhaltenden Konflikts zwischen dem Pentagon und Anthropic. Das Gericht hob auf Antrag von Anthropic eine Entscheidung auf, die das Unternehmen zuvor als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft hatte. Richterin Rita Lin begründete dies damit, dass das einschlägige Gesetz keine Einstufung eines amerikanischen Unternehmens als Gegner oder Saboteur erlaube, nur weil es sich mit der Regierung uneins sei.
Die Richterin wies zudem die Regierung an, bis zum 6. April zu berichten, wie das Urteil umgesetzt werde. Anthropic hatte argumentiert, dass seine Redefreiheit eingeschränkt und es ohne Rücksprache mit dem Kongress bestraft worden sei, weil es vor Risiken der KI-Technologie gewarnt habe.
Der Fall wirft wichtige Fragen zur Rolle der Regierung in der Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen auf. Experten vermuteten, dass Anthropic durch die Einstufung als Lieferkettenrisiko erhebliche finanzielle Einbußen drohten. Der vorläufige Sieg bedeutet für Anthropic jedoch, dass Geschäfte mit Pentagon-Zulieferern fortgesetzt werden können.
Nach dem Gerichtsentscheid äußerte sich Anthropic versöhnlich und betonte den Wunsch nach produktiver Zusammenarbeit mit der Regierung. Experten sehen die USA dank Firmen wie Anthropic im Vorsprung gegenüber China im KI-Wettlauf, insbesondere in sicherheitsrelevanten Anwendungen.
Trotz des Gerichtssiegs erscheint eine baldige Versöhnung zwischen Pentagon und Anthropic unwahrscheinlich. Die Nachrichtenagentur Axios berichtet jedoch über mögliche Strategien zur Annäherung, wie beispielsweise Spenden für die von der Regierung eingerichteten “Trump-Konten”.