Obwohl das iranische Regime bisher massiven Luftangriffen standgehalten zu haben scheint, ist es irrelevant für seine Gegner. Sie können greifbare Erfolge erzielen, die langfristige Auswirkungen haben werden. Die Mullahs treiben ihr Land jedoch unvermeidlich in den Untergang.
Seit Oktober 2023 hat Iran über tausend ballistische Raketen auf Israel und seine arabischen Nachbarn abgefeuert, zusätzlich zu Tausenden von Drohnen – allein mehr als 1500 davon wurden gegen die Vereinigten Arabischen Emirate gerichtet.
Wie konnte es der Islamischen Republik gelingen, so große Mengen an kostspieligen Waffen anzuhäufen? Trotz der hohen Kosten für Drohnen und ballistische Raketen – wie die 16 Tonnen schwere Shahab-3-Rakete oder die 25 Tonnen schwere Khorramshahr – hat Iran seine begrenzten Devisen nicht für dringende Bedürfnisse wie Bewässerung, Gaspipelines oder Entsalzungsanlagen ausgegeben.
Diese industrielle Anstrengung begann bereits in den neunziger Jahren. Die Entwicklung der Shahab-3 basierte auf nordkoreanischen Raketen und wurde durch 1,7 Milliarden US-Dollar von der Obama-Regierung beschleunigt. Diese Zahlungen, die offiziell als Rückerstattung für stornierte Militäraufträge galten, fielen mit dem Inkrafttreten des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) zusammen.
Das JCPOA wurde 2015 unterzeichnet und sollte Irans atomaren Ambitionen ein Ende setzen. Es beschränkte die Urananreicherung auf 300 Kilogramm nukleares Material. Obama ignorierte saudische Warnungen vor den Revolutionswächtern, deren langfristiges Ziel der Sieg über Israel war.
Israel äußerte Bedenken bezüglich JCPOA, da die Revolutionswächter einen größeren Anteil an Öleinnahmen erhielten und ihre Raketen- und Truppenkapazitäten ausbauten. Trotz klarer Beweise wurde nichts unternommen, um Obamas diplomatischen Erfolg zu gefährden.
Nach JCPOA stiegen die iranischen Öleinnahmen erheblich an. Die Revolutionswächter beanspruchten einen größeren Anteil der Einnahmen, obwohl die Ölpreise fielen. Die Ausweitung von Anlagen in Natanz und Isfahan für Waffenproduktion überstieg jeden denkbaren Bedarf.
Die Investitionen in Raketen- und Drohnenfabriken vernachlässigten dringend benötigte Bereiche wie Wasserversorgung und Stromversorgung. Großstädte wie Teheran und Maschhad leiden unter Wassermangel, obwohl Iran genug Erdgas hätte, um Meerwasser zu entsalzen.
Die iranische Bevölkerung kann sich nicht selbst befreien, da die Basij-Milizen und Revolutionswächter jeden Aufstand niederschlagen können. Der aktuelle Krieg zwischen den USA und Israel zielt darauf ab, diese Fabriken zu zerstören. Die Golfstaaten begrüßen es, dass Amerika und Israel die Schäden durch JCPOA beheben. Das Abkommen stoppte nicht die Urananreicherung und verschärfte vielmehr andere Gefahren aus der Islamischen Republik.
Edward Luttwak, ein gebürtiger Rumäne, ist Militärstratege, Politikwissenschafter und Historiker. Der Originalbeitrag wurde im britischen Online-Magazin «Unherd» veröffentlicht.