Der usbekische Schachspieler Jawochir Sindarow, der mit 12 Jahren zweitjüngster Großmeister der Geschichte wurde, überzeugt bei den WM-Qualifikationsspielen auf Zypern. Mit nur 20 Jahren gilt er als nicht ganz geheimer Geheimfavorit und führt das Turnier an.
Vor dem Start des Kandidatenturniers herrschte weitgehend Einigkeit unter Experten, dass der sechsmalige Teilnehmer Fabiano Caruana gewinnen würde. Mit 33 Jahren brachte er nicht nur Erfahrung mit, sondern auch die höchste Elo-Zahl und konstante Spitzenleistungen.
Aber ein anderer Spieler wurde als Geheimfavorit genannt: der 20-jährige Sindarow. In einer Umfrage der Schachzeitschrift “Schach” wählten viele ihn als den Mann, auf den man achten sollte. Trotz seines fünften Platzes im Teilnehmerfeld überzeugt Sindarow mit beeindruckenden Leistungen.
Im November sicherte er sich seinen Platz beim Kandidatenturnier durch einen überraschenden Sieg beim World Cup in einem Knock-out-Format, das die Weltelite um ein Preisgeld von 2 Millionen Dollar kämpfen ließ. Sein zweiter Platz beim renommierten Turnier in Wijk aan Zee im Januar bewies seine Stärke.
Das Kandidatenturnier besteht aus 14 Runden mit zwei Partien gegen jeden Gegner. Bereits zu Beginn bestätigten die Ergebnisse die Expertenmeinung: Caruana besiegte Hikaru Nakamura, während Sindarow in seinem Spiel gegen Jepisenko einen Sieg erzielte.
Die Stellung war komplex und asymmetrisch, mit einem Doppelbauern als Schwäche bei Sindarow. Sein schwarzfeldriger Läufer wirkte jedoch dominierend. Trotz einer überlegenen Position nach dem Abtausch von Figuren durch Jepisenko gelang es Sindarow, das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen und Caruana in der vierten Runde zu besiegen.
Sindarows Sieg gegen den als nahezu perfekt geltenden Caruana war ein Schlüsselmoment. Mit einem Turmopfer zwang er Caruana, unter Druck Fehler zu machen, was Sindarow zum Erfolg verhalf. Auch in zwei weiteren Begegnungen zeigte er seine eiskalte und pragmatisch-aggressive Spielweise.
Mit 6 Punkten aus 7 Partien führt Sindarow das Turnier mit einem Zweipunkte-Vorsprung an, was eine beeindruckende Dominanz darstellt. Als ehemals zweitjüngster Großmeister könnte er nun um den Weltmeistertitel kämpfen, besonders da der aktuelle Weltmeister Gukesh Schwierigkeiten hat.
Das Turnier dauert noch bis Mitte nächster Woche an, doch ein Erfolg Sindarows wäre keine Überraschung mehr.