Eine historische Premiere steht bevor: Marie-Louise Eta übernimmt als erste Frau die Rolle einer Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga. Nach dem überraschenden Aus von Steffen Baumgart leitet sie kommende Woche das Training und wird im Spiel gegen VfL Wolfsburg anstelle des Herzensklubs erstmals eine Frau auf dieser Position sein.
Am Sonntag führte noch Assistenztrainer Sebastian Bönig die erste Einheit nach Etas Beförderung. Die 34-jährige gebürtige Dresdnerin, die zuvor als Co-Trainerin fungierte, sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert, die Mannschaft erfolgreich durch den Saisonendspurt zu führen. „Ich freue mich über das Vertrauen des Vereins und bin überzeugt, dass wir wichtige Punkte holen können“, äußerte sie.
Union Berlin genießt europaweites Aufsehen für diese Entscheidung, da es eine Premiere nicht nur in der Bundesliga darstellt, sondern auch in den Top-Ligen Europas. Eta hatte zuvor bereits Erfolge als Spielerin mit Turbine Potsdam gefeiert und nach ihrer aktiven Karriere schnell die Trainerlaufbahn eingeschlagen.
Für Horst Heldt, Geschäftsführer von Union Berlin, stellt Etas Interimsübernahme eine dringende Lösung dar: „Ich bin dankbar, dass Marie-Louise Eta diese Aufgabe übernimmt, bevor sie im Sommer die Frauenmannschaft trainiert“, so Heldt. Ihr Mann Benjamin ist Trainer der zweiten Frauenmannschaft von RB Leipzig.
Baumgarts überraschende Entlassung kam kurz vor Mitternacht und wirft Fragen auf, da Union Berlin trotz einer komfortablen Tabellenposition schlecht abschnitt. Dies markiert bereits die dritte Trainersuche in Heldts knapp zwei Jahren bei Union.
Baumgart selbst, einst Fan-Liebling, konnte den hohen Erwartungen nach dem Erfolg von Urs Fischer nicht gerecht werden. Auch seine Assistenten Danilo de Souza und Kevin McKenna verlassen den Klub.
Union-Präsident Dirk Zingler äußerte sich emotional: „Es ist immer ein trauriger Tag, einen Trainer zu entlassen.“ Die nächsten Spiele bieten Union Berlin nun die Möglichkeit, eine langfristige Lösung mit Eta zu finden, sollte sie erfolgreich sein.