Ab dem Ende des Jahres 2026 führt die chinesische Automarke MG ihre Solid-Core-Batterie auf den europäischen Markt ein. Diese Akkus bieten eine höhere Energiedichte, verstärkte Sicherheit und verbesserte Leistung bei niedrigen Temperaturen im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen. Preise für diese Technologie wurden noch nicht bekannt gegeben.
Europäische Konsumenten haben lange auf eine solche technologische Entwicklung gewartet, um die E-Mobilität weiter voranzutreiben. MG plant, ab Ende 2026 einen Semi-Solid-State-Akku in Serie zu produzieren, der im europaweit eingeführten MG 4 EV Urban optional angeboten wird. Standardmäßig nutzt dieser Wagen eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie.
Li Zheng, Leiter der MG-Batterieentwicklung, beschreibt den neuen Akku als zu 95 Prozent festen Elektrolyten bestehend und somit mehr als nur eine Halb-Feststoffbatterie. Die Batterie wurde bereits 2025 in China auf den Markt gebracht und ist nun laut Li Zheng bereit für Europa. MG bezeichnet das neue Produkt als Solid-Core-Batterie.
Der verwendete Elektrolyt besteht aus einem Glas-Keramik-Verbundmaterial, welches diverse Vorteile gegenüber traditionellen Lithium-Ionen-Zellen bietet. “Bei Kälte können wir den Solid-Core-Akku bis zu 15 Prozent schneller aufladen”, betont Li Zheng. Weiterhin ist eine um 20 Prozent schnellere Stromabgabe möglich, was die Beschleunigung und Zwischensprints verbessert. Zudem bleibt die Leistung auch bei tiefen Temperaturen und niedrigem Ladestand konstant.
Ein entscheidender Vorteil dieser neuen Batterietechnologie ist ihre erhöhte Sicherheit: Aufprall- und Stichtests zeigen, dass der Akku weder explodiert noch Feuer fängt. Eine wesentliche Stärke der Solid-Core-Batterie liegt in ihrer Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg), während aktuelle NMC-Akkus zwischen 230 und 250 Wh/kg und LFP-Zellen zwischen 130 und 190 Wh/kg erreichen. Dadurch können Batterien mehr Kapazität bei gleichem Bauraum bieten oder mit gleicher Kapazität leichter und kompakter ausfallen.
MG fokussiert sich darauf, die Reichweitenangst rund um Elektroautos als Kaufhindernis zu beseitigen. “Wir setzen auf größere Akku-Pakete mit mehr Kapazität”, erklärt Jozef Kaban, der Chefdesigner von MG. Die Technologie wird nicht nur in reinen E-Autos, sondern auch in Fahrzeugen mit Plug-in-Hybridantrieb eingesetzt. Ein Beispiel ist das im Europa-Start befindliche SUV MG S9 PHEV.
Eine erste Testfahrt mit dem Vorserienmodell des S9 offenbart ein großzügiges Innenraumdesign und hochwertige Materialien. Im nächsten Schritt will MG die Batterietechnologie weiterentwickeln, um vollständig aus Feststoff bestehende Akkus zu produzieren. Während andere Hersteller an der Serienfertigung scheiterten, sieht sich MG als Lösungsvorreiter. Preise für den Solid-Core-Akku im MG 4 EV Urban sind noch nicht bekannt gegeben worden; ein deutlicher Aufpreis gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus ist jedoch zu erwarten.
Die Testfahrt wurde von MG unterstützt.