In dieser Woche hat Mark Zuckerberg, Chef von Meta, das kostspielige Projekt Metaversum offiziell beerdigt und konzentriert sich nun verstärkt auf künstliche Intelligenz. Der Wechsel erfolgt nur fünf Jahre nachdem Facebook in Meta Platforms umbenannt wurde. Die Einstellung des Projekts Horizon Worlds markiert den Abschied von der 3-D-Welt, die über Virtual-Reality-Headsets zugänglich war. Zuckerberg sah diese Brillen als Nachfolger des Smartphones an und wollte das Metaversum dominieren.
Die Umbenennung in Meta Platforms verdeutlichte den Ernst, mit dem Zuckerberg diesen strategischen Wechsel verfolgte – einer der kostspieligsten in der Wirtschaftsgeschichte. Die Abteilung Reality Labs hat seitdem Verluste von 80 Milliarden Dollar angehäuft.
Trotz mangelnder Zustimmung vieler Investoren konnte Zuckerberg die Gewinne aus Internetwerbung jahrelang in das Prestigeprojekt stecken, da seine Aktien zehnmal so viele Stimmrechte haben. Aus diesem Grund bleiben die Folgen des Misserfolgs ohne Konsequenzen für ihn.
Der Abbau erfolgt schrittweise und gesichtswahrend: Schon im Januar kündigte Meta einen großen Stellenabbau bei Reality Labs an, gefolgt von der Einstellung von Horizon Workrooms im Februar. Horizon Worlds wird als Handy-App weitergeführt, was der ursprünglichen Idee kaum noch entspricht.
Aus Reality Labs ist jedoch etwas Vermarktbares hervorgegangen: intelligente Brillen mit Kameras, Mikrofonen und einem Mini-Display im Glas. Diese sind alltagstauglich und werden vor allem in Zusammenarbeit mit Ray-Ban angeboten, um modischen Ansprüchen gerecht zu werden. Meta nennt seine Smart Glasses nun KI-Brillen, was den Fokuswechsel von Metaversum zur künstlichen Intelligenz symbolisiert.
Meta setzt massiver auf KI als andere Technologiekonzerne: Zuckerberg hat Unternehmen wie Scale AI und Manus AI übernommen. Der Aufbau eigener Rechenzentren kostet viel, und Meta plant sogar die Entwicklung eigener KI-Chips – ein sehr riskantes Vorhaben. Für dieses Jahr sind Investitionen von etwa 125 Milliarden Dollar geplant, eine Verdreifachung gegenüber 2024.
Zudem mietet Meta Datencenter-Kapazitäten anderer Firmen an; kürzlich wurde ein Vertrag über bis zu 27 Milliarden Dollar mit einem niederländischen Cloud-Unternehmen bekannt gegeben. Diese Verpflichtungen erhöhen die Betriebskosten, die um bis zu 40 Prozent steigen sollen.
Zuckerberg bleibt dem hohen Investitionsstil treu, nur die Vision hat sich gewandelt: Nach den Metaversum-Avataren kommen nun die KI-Agenten. Reality Labs ist in Meta Superintelligence Labs umbenannt worden. Obwohl Metas Wette aufgehen könnte, scheint wahrscheinlich, dass Zuckerberg in fünf Jahren dem nächsten Trend hinterherjagt und viele der heutigen Investitionen abschreibt. Wenn ein Konzernchef im Kontext von KI von «Superintelligenz» spricht, sollten bei den Investoren Alarmglocken läuten.