Das Vorhaben, eine neue Leichtathletikanlage auf dem Letzigrund-Areal zu errichten, ist geplatzt. Trotz langer Planung und einer Investition von bereits einer halben Million Franken wurde das Projekt vom zuständigen Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) zurückgezogen. Hintergrund sind die politischen Widerstände seitens der Links-Grünen im Zürcher Parlament, die ein solches Vorhaben aufgrund ihrer hauchdünnen Mehrheit ablehnten.
SP, Grüne und Alternative Liste hatten von Anfang an Bedenken gegen das Projekt geäußert. Ihrer Meinung nach sollte die Stadt entweder das gesamte Projekt für 21 Millionen Franken übernehmen oder sich zurückhalten. Leutenegger betonte, dass der Rückzug alternativlos war, um immense zusätzliche Kosten zu vermeiden: «Das wären unglaubliche zusätzliche Kosten für die Stadt.» Weiterhin kritisierte er die Haltung der Linken als eine Desavouierung des Engagements von Leichtathletik-Club Zürich und Kanton.
Für den Club, insbesondere Präsident Martin Nyfeler, ist dies ein herber Rückschlag: «Wir haben viel Herzblut investiert.» Dennoch hofft er auf eine spätere Umsetzung des Projekts ohne Verzögerung in einer fernen Zukunft.
Das Projekt hätte 4600 Quadratmeter multifunktionale Trainingsräume, Büros und Lagerräume umfasst und war zudem mit Photovoltaikanlage sowie Dach- und Fassadenbegrünungen geplant. Die Finanzierung sollte sich aus städtischen Mitteln von sieben Millionen Franken und weiteren 14 Millionen durch Bund, Kanton und private Geldgeber zusammensetzen.
Trotz Streichung des Projekts von der Traktandenliste kam es im Parlament zu emotionalen Auseinandersetzungen. AL-Vertreterin Sophie Blaser betonte, das Konzept sei nicht grundsätzlich abgelehnt worden, sondern nur in seiner aktuellen Form: «Wir haben einfach gesagt: nicht in dieser Konstruktion.» Sie und die Grünen hoben hervor, dass auch andere Sportarten wie Volleyball hätten berücksichtigt werden sollen.
Gemeinderat Urs Riklin von den Grünen betonte, das Projekt sei aus seiner Sicht nicht ausgereift genug: «Das Projekt ist nicht ausgereift.» Die bürgerlichen Parteien kritisierten das Scheitern scharf. Stefan Urech (SVP) sprach von einem politischen Debakel und der FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois zufolge zwang die Ratslinke den Stadtrat zum Rückzug.
Die Zukunft des Vorhabens bleibt ungewiss, doch der Leichtathletik-Club hofft auf eine Wiederaufnahme des Projekts ohne weitere Verzögerungen.