Nach einem fast halben Jahrhundert seit der letzten Apollo-Mission unternimmt die Nasa einen bahnbrechenden Schritt, indem sie Astronauten auf eine zehntägige Reise um den Mond schickt. Die Artemis-2-Mission, bei der Reid Wiseman und seine Crew die erdabgewandte Seite des Mondes passieren werden, ist von großer Bedeutung für Amerikas Ziele in der bemannten Raumfahrt. Ursprünglich hätte der Start im Februar erfolgen sollen, wurde jedoch zweimal verschoben aufgrund technischer Schwierigkeiten beim Betanken und einem defekten Ventil.
Artemis-2 dient als Vorbereitung für die geplante Landung der Artemis-4-Mission 2028. Während des Flugs werden kritische Systeme wie das Lebenserhaltungssystem der Orion-Kapsel, die jetzt zum ersten Mal mit Menschen an Bord ist, getestet. Diese Systeme sind entscheidend für die Aufrechterhaltung von Temperatur, Luftdruck und sauberem Wasser sowie für die Manövrierfähigkeit des Raumschiffs.
Die Gesundheit der Astronauten wird genau überwacht, um die Auswirkungen des Weltraums zu verstehen. Dazu gehören Blut- und Speichelproben sowie die Verwendung von Smartwatches zur Überwachung ihrer Aktivitäten. Ein besonderer Fokus liegt auf der detaillierten Beobachtung und Fotografie der erdabgewandten Mondseite, was wertvolle Informationen für zukünftige Missionen zum Südpol liefern wird.
Die Nasa hat ihre Pläne angepasst: Die Artemis-3-Mission soll nun nur die Erde umrunden und das Andocken an eine Mondlandefähre testen, geplant für 2027. Eine tatsächliche Landung mit Artemis-4 im Jahr 2028 ist vorgesehen. Das Ziel der Nasa ist es, in Zukunft Astronauten regelmäßig zum Mond zu bringen und Materialien für eine Mondbasis zu liefern.
Das Space Launch System (SLS) bringt die Orion-Kapsel durch einen speziellen Startvorgang in eine hohe Erdumlaufbahn. Das SLS, entwickelt mit amerikanischen Firmen, ist ein Nachfolger der Saturn-V-Rakete aus den 1960er Jahren und erzeugt beim Start mehr Schub.
Obwohl das SLS extrem teuer ist – die Entwicklung kostete über 30 Milliarden Dollar und jeder Start weitere 4,1 Milliarden – strebt die Nasa nach kostengünstigeren Lösungen für zukünftige Oberstufen. Die Artemis-2-Mission nutzt eine sichere „Free Return“-Trajektorie, um das Risiko zu minimieren und stellt einen Rekord auf, indem sie den Mond in einem Abstand von 7500 Kilometern passiert.
Die Herausforderungen eines Flugs mit dem SLS sind erheblich: Astronauten erleben starke Vibrationen und Lärm sowie enorme Kräfte bei der Beschleunigung. Die Startphase ist kritisch, da das Raumschiff noch mit der Rakete verbunden ist. Ein Notfall-System sorgt dafür, dass die Kapsel im Falle eines Problems von der Rakete getrennt werden kann.
Sobald eine stabile Umlaufbahn erreicht ist, bilden Hitze und Geschwindigkeit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre neue Herausforderungen. Der Hitzeschild des Raumschiffs muss extremen Temperaturen standhalten, um den sicheren Rückflug der Astronauten zu gewährleisten.