Am 14. Juni stimmen die Schweizer Bürger darüber ab, ob die Bedingungen für den Wechsel vom Militärdienst zum Zivildienst verschärft werden sollen. Die Jungen Grünen und der Verband Civiva lehnen diese Änderung mittels Referendum ab. Hier sind die wichtigsten Punkte zur Abstimmung: 2025 wurden erstmals 7211 Personen für den Zivildienst zugelassen, während bei der Armee ein Rückgang an Personal zu erwarten ist. Der Zivilschutz leidet bereits unter einem Mangel an Personal, was teilweise auf vorzeitige Abgänge zurückzuführen ist, darunter Wechsel vom Militär zum Zivildienst. Aktuell kann man einen zivilen Ersatzdienst absolvieren, wenn der reguläre Militärdienst mit dem Gewissen nicht vereinbar ist; dieser dauert länger als der Militärdienst und erfordert keine separate Gewissensprüfung. Der Bundesrat schlägt zwei Modelle für die zukünftige Dienstpflicht vor: eine Sicherheitsdienstpflicht, bei der Männer in einer kombinierten Organisation von Zivilschutz und Zivildienst dienen müssten, oder eine bedarfsorientierte Dienstpflicht für beide Geschlechter. Das Parlament fordert eine rasche Umsetzung der Sicherheitsdienstpflicht für Männer. Zusätzlich wurde vom Nationalrat ein Bericht zur Wiedereinführung einer Gewissensprüfung angefordert. Eine bürgerliche Mehrheit im Parlament sieht die Zahl der Wechsler von der Armee zum Zivildienst kritisch und hat sechs Maßnahmen in das Gesetz aufgenommen, um den Wechsel zu erschweren. Eine ähnliche Vorlage wurde 2020 abgelehnt, aber 2023 mit einer Motion erneut eingebracht. Bei Annahme der Vorlage müssten alle Antragsteller nach der Rekrutenschule (RS) mindestens 150 Tage Zivildienst leisten, unabhängig von den verbleibenden Armee-Diensttagen. Wer die gesamte Armeeausbildung abgeschlossen hat, könnte nicht mehr zum Zivildienst wechseln und somit der Schiesspflicht entgehen. Der Umrechnungsfaktor für Unteroffiziere und Offiziere beträgt 1,5:1 zugunsten des Zivildiensts. Weiterhin wäre eine jährliche Einsatzpflicht vorgesehen. Würden während der Rekrutenschule Wechselanträge genehmigt, müsste der Dienst spätestens bis Jahresende nach Genehmigung absolviert werden. Einsätze im Rahmen von Medizinstudien wären nicht mehr möglich. Die Jungen Grünen und Civiva lehnen das Gesetz mit Unterstützung von SP, den Grünen und GSoa ab, während GLP und EVP ebenfalls dagegen votierten. Die SVP, FDP und Mitte befürworten die Vorlage. Befürworter des Ja-Lagers, darunter bürgerliche Parteien und militärische Organisationen, wollen den Zivildienst als legitime Alternative für Männer etablieren, die aus Gewissensgründen nicht Militär dienen können. Die Reform sei notwendig, um langfristige Bestände zu sichern. Die Gegner argumentieren, dass mit den neuen Hürden 40% der Zivildienstleistenden wegfallen würden und diese Personalressourcen dort fehlen, wo sie benötigt werden: in sozialen Einrichtungen, dem Naturschutz oder der Landwirtschaft. Die Gegner weisen darauf hin, dass die Armeebestände nicht gefährdet seien.