Eine aktuelle Untersuchung legt nahe, dass E-Zigaretten potenziell krebserregend sind. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gibt Einblicke in die Risiken dieser Produkte.
Die Forschungsergebnisse einer australischen Übersichtsarbeit deuten darauf hin, dass E-Zigaretten das Krebsrisiko erhöhen könnten. Ute Mons, Abteilungsleiterin für Primäre Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, bewertet die Studienergebnisse.
Welche Risiken gehen von E-Zigaretten aus?
E-Zigaretten könnten das Risiko für Mundhöhlenkrebs und Lungenkrebs erhöhen. Es handelt sich um keine ungefährlichen Produkte.
Sie enthalten doch keinen Tabak, oder? Herkömmliche Zigaretten sind es vor allem der Tabakrauch, der Krebs verursacht.
E-Zigaretten bestehen aus Trägersubstanzen und Aromastoffen. Diese Stoffe werden stark erhitzt und in schädliche Substanzen umgewandelt – ein Prozess namens thermische Zersetzung.
Sind E-Zigaretten weniger gefährlich als normale Zigaretten?
Bisherige Daten deuten darauf hin, dass sie weniger schädlich sind. Allerdings steht ihr genaues Krebsrisiko noch nicht fest.
Wäre der Gebrauch von E-Zigaretten bei jungen Menschen also weniger bedenklich?
Das wäre ein Irrtum. Es besteht immer noch ein Gesundheitsrisiko, und die Abhängigkeit kann langfristig sein. Besonders problematisch ist es, wenn sowohl E-Zigaretten als auch normale Zigaretten konsumiert werden – das Risiko für Mundhöhlenkrebs steigt erheblich.
Welche Erkenntnisse liefert die aktuelle Studie über das Krebsrisiko von E-Zigaretten?
Die Übersichtsarbeit hat systematisch Forschungsergebnisse aus Tier- und In-vitro-Studien sowie Untersuchungen zu epigenetischen Veränderungen bei Menschen zusammengefasst. Diese Veränderungen können die Aktivität genetischer Marker beeinflussen.
Daher sollten die Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko ernstgenommen werden, obwohl sie noch keinen direkten Beweis darstellen.
Bieten sich andere Forschungswege an, um schnellere Erkenntnisse zu gewinnen?
Langzeitstudien fehlen bisher. Solche Studien könnten das Krebsrisiko von E-Zigaretten im Vergleich zu Nichtrauchern und herkömmlichen Rauchern klären.
Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit zeigt, dass E-Zigaretten beim Aufhören helfen können. Bleiben die Nutzer jedoch oft bei ihnen. Sollte man auf andere Methoden zum Rauchen aufhören setzen?
Die Empfehlung lautet: Verhaltenstherapie und medikamentöse Unterstützung sind effektivste Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören. Für einige bleibt E-Zigaretten jedoch eine Alternative.
Kann man den Nikotingehalt von E-Zigaretten reduzieren, um die Sucht zu überwinden?
E-Zigaretten bieten das Potenzial zur Reduzierung des Nikotins, jedoch liegt es nicht im Interesse der Hersteller. Viele Produkte enthalten hohe Nikotingehalte, die stark stimulierend wirken. Daher sollte man E-Zigaretten möglichst meiden.