Vor 90 Jahren errang der FC Young Fellows den einzigen nationalen Titel seiner Geschichte, den Schweizer Cup. Der Klub war einst gemeinsam mit GC und dem FCZ einer der prägenden Fussballvereine in Zürich.
Am 13. April 1936 besiegte er im Finale des Schweizer Cups Servette mit 2:0. In der Liga wurde das Team Zweiter, drei Punkte hinter Lausanne-Sports. Die NZZ beschrieb die Anfangsphase des Spiels als vielversprechend, doch schon bald zog sie eine ernüchternde Bilanz und bezeichnete die Partie als enttäuschend.
Der Triumph im Schweizer Cup war der Höhepunkt in einer 32 Jahre und elf Monate andauernden Geschichte seit der Gründung des Klubs 1903. Der Verein, bekannt für seine gute Juniorschulung, fusionierte 1992 mit dem FC Juventus zum SC YF Juventus.
Am 13. Mai 1903 gründeten dreizehn junge Männer aus Zürich den vierten Fussballklub der Stadt, während bereits Grasshopper-Club, FC Zürich und FC Blue Stars existierten. Anfangs trainierte YF auf einem kleinen Gelände bei Bahnhof Enge.
Die Young Fellows suchten ständig nach einer festen Heimat: von der Allmend Brunau über Hardau, Hardturm, Utogrund, Letzigrund bis Brügglifeld in Aarau und schließlich zurück zum Utogrund. Zwischen 1934 und 1947 besaßen sie das Förrlibuck-Stadion im Industriequartier, welches jedoch finanziell verkauft werden musste.
Nach dem letzten Aufstieg in die höchste Liga 1977 fusionierte der Klub schließlich 1992 mit dem FC Juventus. Die Young Fellows genossen bis zuletzt Sympathien, besonders bei Juden und Emigranten nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Verein förderte neben Fussball auch Werte wie Bildung und Kultur.
Walter Nausch, einst Teil des österreichischen Wunderteams, flüchtete 1938 nach Österreiche Anschluss an die Nationalsozialisten in den Klub. Gustav Wiederkehr führte später als Präsident sowohl den Schweizer Fussballverband als auch die Uefa.
Jean-François Kurz startete seine Laufbahn im Verein und Vujadin Boskov, ein ehemaliger Spielertrainer der Young Fellows, trainierte später europäische Klubs und die jugoslawische Nationalmannschaft. Erich Vogel erinnert sich besonders an Wädi Fink, Gerhard Lusenti und Sandor Kocsis, das legendäre ungarische Sturmduo mit Ferenc Puskas.
Kocsis’ kurzes Engagement in Zürich wurde durch Joseph Naphtaly ermöglicht. Vogel erinnert sich an diese Zeit, obwohl sein Herz immer für den GC schlug.