Die Unterbrechung der Gespräche zwischen den USA und dem Iran sowie die angespannte Situation in der Straße von Hormuz verursachen Unsicherheiten. Der Ölpreis klettert über die Marke von 100 Dollar, und Anleger befürchten eine Stagflation.
Die gescheiterten Verhandlungen im Kontext des Iran-Konflikts sowie die Ankündigung durch US-Präsident Donald Trump einer Blockade der Straße von Hormuz verunsichern die Finanzmärkte. Am Montag wuchs die Nervosität, nachdem Iran mitgeteilt hatte, alle Häfen im Persischen Golf ins Visier zu nehmen, sollte seine Schiffslandestellen bedroht werden. Zuvor hatten sich die USA und der Iran auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt.
Gero Jung von der Walliser Kantonalbank äußerte: «Dass die Gespräche ohne neuen Termin abgebrochen wurden, ist schlecht. Die Unsicherheit bleibt bestehen, was Märkte meiden.» Thomas Rühl, Anlagechef der Schwyzer Kantonalbank (SZKB), beschreibt den Waffenstillstand als extrem instabil. Die Ölpreise stiegen nach dem Gesprächsabbruch um mehr als 7 Prozent auf über 102 Dollar für Brentöl.
Rühl betont: «Jeder Handel an der Börse ist zurzeit ein Ölhändler.» Dies sei auch während der Ölkrisen so gewesen, da Öl in vielen Waren enthalten ist und somit die Weltwirtschaft stark beeinflusst. Die Situation im Nahen Osten bleibt kritisch.
Hohe Energiepreise dämpfen das globale Wachstum und verstärken die Inflation, was die Gefahr einer Stagflation erhöht. Rühl sieht dadurch negative Auswirkungen auf Finanzanlagen und hat deshalb eine defensivere Positionierung der SZKB eingeleitet.
In Europa verloren Aktienbörsen an Boden: Der SMI fiel um 0,8 Prozent, während der Euro-Stoxx 50 um 1,2 Prozent sank. Die aggressive Rhetorik Irans könnte zukünftige Spannungszunahmen vorantreiben.
Jung sieht die Kursrückgänge als begrenzt an: «Viele Investoren hatten nicht mit einem Durchbruch gerechnet und hielten sich zurück, was Aktienkäufe betrifft.»
Der Dollar hat seit den Konfliktausbrüchen um 1,4 Prozent zugelegt und gilt als sicherer Hafen in Zeiten geopolitischer Spannung. Der Anstieg der Ölpreise und die Inflationsdaten aus den USA (3,3 % im März) tragen dazu bei.
Renditen von US-Staatsanleihen sind attraktiv: Zehnjährige Papiere bieten 4,33 Prozent. Die amerikanische Staatsverschuldung ist durch Kriegsausgaben angestiegen.
Der Goldpreis verlor an Wert und sank um 0,8 Prozent auf 4712 Dollar pro Feinunze. Liquiditätsbedarf und Verkauf von Goldreserven der türkischen Zentralbank zur Stützung der Lira trugen dazu bei.