Trotz enger Wirtschaftsbeziehungen sind britische Staatsbürger derzeit von den E-Gate-Einlassverfahren in die Schweiz ausgeschlossen, was auf die Schengen-Regelungen und biometrische Kontrollauflagen zurückgeht. Lange Wartezeiten bei Passkontrollen an Flughäfen wie Zürich und Genf sind für britische Geschäftsreisende und Touristen besonders ärgerlich geworden, vor allem in der Skisaison während der Schulferien oder bei Großveranstaltungen wie dem Weltwirtschaftsforum im Januar.
Während Schweizer Bürger beim Einflug nach Großbritannien von automatisierten Grenzkontrollen profitieren können, ist dies umgekehrt für Briten nicht möglich. Trotz zunehmender wirtschaftlicher Annäherung durch Handels- und Finanzdienstleistungsabkommen bleibt die Nutzung der E-Gates ausgeschlossen.
Es gibt Bestrebungen, dass britische Reisende bald auch in der Schweiz die Electronic Gates nutzen können. Diese erfordern das Ablegen des Passes zur Überprüfung biometrischer Daten und Identität. Allerdings sind rechtliche, technologische und politische Hürden zu überwinden, darunter eine notwendige Vereinbarung für den Austausch britischer Passdaten mit schweizerischen Systemen.
Die Schweiz ist durch die Schengen-Vereinbarungen an spezifische Einlassregeln gebunden, einschließlich des Entry-Exit-Systems (EES), das eine verbesserte Überwachung der Außengrenzen verspricht. Dieses System wurde in den letzten sechs Monaten schrittweise eingeführt und ist seit dem 10. April im gesamten Schengenraum aktiv.
Das EES stellt einen bedeutenden technologischen Fortschritt an Europas Grenzen dar, indem es eine automatisierte biometrische Datenbank einführt, die das Stempeln von Reisepässen ersetzt. Das System hilft dabei, die erlaubte Aufenthaltsdauer von maximal 90 Tagen innerhalb von 180 Tagen zu überwachen und Überschreitungen anzuzeigen.
Bei der ersten Einreise müssen Drittstaatsangehörige, wie sie seit dem Brexit im Januar 2020 sind, ihre biometrischen Daten einscannen lassen. Dies umfasst Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Diese Informationen werden drei Jahre aufbewahrt.
Zur Einführung des Systems im Oktober warnte die britische Regierung vor längeren Wartezeiten. Alex Norris, Staatsminister für Grenzsicherheit und Asyl, erklärte, dass trotz einer kurzen Kontrollzeit von ein bis zwei Minuten pro Person, sich daraus insgesamt längere Wartezeiten bei der Einreise ergeben könnten.
Seit dem vollständigen Einsatz des EES kam es in Europa häufig zu Problemen beim Abfertigungsprozess. So musste etwa eine EasyJet-Verbindung in Mailand über hundert Passagiere zurücklassen, da ihre Kontrollen nicht abgeschlossen werden konnten. An großen Drehkreuzen wie Paris, Frankfurt und Amsterdam gab es Wartezeiten von zwei bis drei Stunden.
Einige Staaten setzen zur Verkürzung der Wartezeiten gelegentlich eine Notfalloption ein, die strengere Biometrie-Prüfungen aussetzt, was jedoch Sicherheitsprotokolle schwächt. Die Schweiz hält sich strikt an die Umsetzungsregeln und ist durch begrenzte Flächen in den Flughafenterminals bei der Installation weiterer EES-Kioske eingeschränkt, was die Infrastruktur dem Andrang oft nicht gewachsen macht.