Bei der renommierten Hundeausstellung Crufts erntete Bruin, ein Clumber Spaniel mit missgestalteten Augenlidern und schwerfälligem Gang, den Titel «Best in show». Ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet, sind Clumber Spaniels aufgrund ihrer körperlichen Merkmale heute von Hüftdysplasien, Bandscheibenproblemen und chronischen Ohrenentzündungen betroffen. Ihre Augen sind in einem überdimensionalen Hautsack eingeschlossen, was zu Entzündungsrisiken führt.
Die moderne Hundezucht hat bei vielen Rassen exzessive körperliche Merkmale hervorgebracht. Bernhardiner wiegen heute doppelt so viel und leben nur halb so lang, während Möpse und französische Bulldoggen aufgrund flacher Gesichtszüge an Überhitzung leiden.
Die Crufts steht bereits länger wegen der Förderung von Qualzucht in Kritik. Ein BBC-Dokumentarfilm zeigte 2008, dass Hunde mit extremen Merkmalen oft gewinnen. So siegte ein Pekinese, dessen flaches Gesicht ihn bei Hitze gefährdet hätte, und hatte trotz genetischer Defekte bereits Nachwuchs gezeugt.
Clumber Spaniels leiden unter einem massiven Inzuchtproblem: Nur wenige Exemplare existieren weltweit, was zu weiterer Verpaarung verwandter Tiere führt. Forschungen zeigten eine enge genetische Verwandtschaft innerhalb der Rasse.
Nach dem Dokumentarfilm verlor die Crufts die BBC-Übertragung und ergriff Massnahmen zur Verbesserung, wie tierärztliche Bewertungen, um Qualzuchttiere auszuschliessen. Dennoch kritisiert Bruins Besitzer Lee Cox den Trend: «Bruin ist ein laufender ‹cartoon character› in einem fluffigen, weiten Mantel.» Solche Entscheidungen der FCI zeigen, dass die Gesundheit der Tiere hinter ästhetischen Präferenzen zurücksteht.