Scheint es paradox, aber künstliche Intelligenz (KI) könnte möglicherweise eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Cyberkriminalität spielen. Obwohl KI zunehmend als Risiko in der Cyberwelt wahrgenommen wird – Cyberkriminelle verwenden sie bereits häufig zur Verbreitung von Betrugsmaschen, wie Florian Schütz, Direktor des Bundesamts für Cybersicherheit, bestätigt. Er erklärt: «KI wird vor allem genutzt, um Videos und Stimmen zu fälschen.»
Dank KI könnten Betrügereien im Netz noch einfacher werden und die Taktiken subtiler. Doch auch Cyberabwehrkräfte könnten sich in Zukunft mit KI stärker ausstatten. Aktuell seien die Verteidigungsanforderungen enorm aufwendiger als offensive Angriffe, wie Schütz betont: «Angreifer müssen einen Weg finden, um anzugreifen, während Verteidiger alle möglichen Angriffspunkte schützen müssen.»
Heute erfordert die Netzwerksicherung eine manuelle Überwachung auf verschiedenen Fronten gleichzeitig. Mit KI könnte dieser Prozess jedoch automatisiert werden, so Schütz. Beispielsweise könnten Tools entwickelt werden, die Software kontinuierlich nach Schwachstellen durchsuchen oder Unregelmäßigkeiten im Firmennetzwerk identifizieren und melden. «Ich hoffe, KI wird letztendlich den Verteidigern mehr Nutzen bringen als den Angreifern», fügt Schütz hinzu.
KI in der Cyberabwehr – ein vielversprechender Ansatz, der aber noch weitgehend theoretisch ist. Jeder kann Opfer von Cyberangriffen oder -betrug werden, betont Schütz, und das gilt auch für Experten wie ihn selbst. Ein Fake-Anruf könnte zu einem unpassenden Zeitpunkt durchkommen – beispielsweise wenn man gestresst oder nicht bei bester Gesundheit ist. «Selbst Fachleuten kann das passieren», stellt er fest.
Sein Rat: Zweimal überlegen, bevor man auf einen Link klickt oder persönliche Informationen preisgibt, insbesondere bei Angeboten wie SMS-Gewinnspielen. Schütz rät, am besten gar nicht darauf zu reagieren, besonders wenn die Angebote unrealistische Gewinne versprechen: «Wenn es zu schön ist, um wahr zu sein, sollten Sie vorsichtig sein», warnt er.
Heute Morgen, 31.03.2026, 06:00 Uhr; srf/leie/busr;blac