Mit der Lancierung ihrer Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» hat die SVP den Abstimmungskampf begonnen. Parteipräsident Marcel Dettling äußerte sich zu Kritikpunkten von Wirtschaftsverbänden.
Nach seiner Wahl in den Nationalrat im Jahr 2015, trat Marcel Dettling im Frühjahr 2024 das Amt des SVP-Präsidenten an. In einem Interview mit SRF News erklärte er die Ziele der Initiative und antwortete auf kritische Fragen.
Dettling betonte: “Unser Ziel ist es, zu einer moderaten Zuwanderung zurückzukehren, indem wir die jährliche Zahl von über 100’000 Neuankömmlingen reduzieren. Mit unserer Initiative könnten immer noch bis zu 40’000 Fachkräfte pro Jahr zugelassen werden – etwa die Hälfte des heutigen Niveaus.”
Auf die Frage, ob diese Maßnahme den Bedarf an Arbeitskräften im Gesundheitswesen decken kann, antwortete Dettling: “Die aktuelle massive Zuwanderung hat zu einem erhöhten Bedarf an Pflegepersonal und Betten geführt. Mit 40’000 Einwanderern pro Jahr gäbe es genügend Fachkräfte für die Schweizer Bevölkerung.”
Kritik kommt von Wirtschaftsverbänden, die vor einem Mangel von bis zu 460’000 Arbeitskräften in den nächsten zehn Jahren warnen. Dettling sieht das anders: “Die Zuwanderung hat nicht dazu geführt, dass der Fachkräftemangel behoben wird. Im Gegenteil, offene Stellen sind von 11’000 auf 44’000 angestiegen.
Erstes Ziel ist es nach Dettling, im Asylbereich Einsparungen vorzunehmen, wo nur fünf Prozent aller Ausländerinnen und Ausländer leben. Er argumentiert: “Seit 2000 sind über 650’000 Menschen als Asylsuchende in die Schweiz gekommen, von denen lediglich 17 Prozent anerkannt wurden.”
Im Falle des Erreichens der Einwohnerzahl von neun Millionen soll der Familiennachzug eingeschränkt werden. Bei Überschreiten der Marke von zehn Millionen würde laut Dettling die Personenfreizügigkeit zur Diskussion stehen.
Daraus ergäbe sich auch eine Gefährdung für die Schengen-Dublin-Verträge, was zu mehr Asylsuchenden führen könnte. Der SVP-Präsident meint jedoch: “Beide Seiten haben ein Interesse daran, dass das Migrationsgeschehen kontrolliert abläuft.”
Das Gespräch führte Nathalie Christen. Übertragen wurde es am 24. März 2026 um 21:50 Uhr im Programm 10 vor 10.