Im letzten Jahr hat die Greater Zurich Area (GZA) die Ansiedlung von 98 internationalen Unternehmen erlebt, was einen Anstieg gegenüber den Vorjahren darstellt. Diese Entwicklung ist laut dem jüngsten Jahresbericht der GZA ein Erfolg trotz rückläufiger globaler Investitionen in Europa. Balz Hösly, Präsident von GZA, zeigt sich zufrieden über das Ergebnis: «In ganz Europa waren direkte Ansiedlungen und Investitionen stark rückläufig. Dass wir uns in diesem Umfeld verbessern konnten, ist eine starke Leistung.»
Hösly führt die Attraktivität der Schweiz insbesondere des Grossraums Zürich auf die Entwicklung zu einem Hotspot für Technologien wie künstliche Intelligenz und Blockchain sowie den Life-Sciences Bereich zurück. «Wir sind in Europa der ‹place to be› für diese Branchen.”
Unter den neu angesiedelten Firmen befinden sich namhafte Unternehmen wie der chinesische Internetkonzern Baidu, der seine europäischen Aktivitäten im Bereich selbstfahrender Autos von Zürich aus steuert. Auch Open AI, Tiktok und Pinterest eröffneten jeweils eine Niederlassung in der Region. Aleph Farms, ein israelisches Unternehmen, züchtet künftig Fleisch in Bioreaktoren in Kemptthal.
Ein Drittel der neuen Firmen kommt aus dem Bereich Blockchain-Technologie, gefolgt von 15 Unternehmen im Bereich KI, Robotik und autonomen Systemen sowie Biotech und Pharma. Viele zieht es zur Nähe zur ETH Zürich, die auf Weltklassenniveau zu Robotik und künstlicher Intelligenz forscht.
Die GZA, bestehend aus mehreren Kantonen und den Städten Zürich und Winterthur, sieht sich jedoch mit Herausforderungen konfrontiert. Der Beitritt des Aargaus im Jahr 2027 wird kontrovers diskutiert; er wurde schließlich nur für vier Jahre beschlossen. Die GZA umfasst zudem Kantone wie Zug und Solothurn, die trotz Sparbemühungen in der Organisation verbleiben.
Lukas Huber, Geschäftsführer der GZA, betont im Jahresbericht, dass die Kantonen gute Rahmenbedingungen für Unternehmen schaffen müssen. Hösly ergänzt: «Ein lokaler Erfolg ist immer auch ein regionaler Erfolg. Wenn eine Firma nach Zürich zieht, wohnen ihre Mitarbeitenden vielleicht in anderen Regionen und zahlen dort Steuern.»
Im letzten Jahr haben die neu angesiedelten Unternehmen fast 400 Stellen geschaffen; bis zum fünften Betriebsjahr soll sich der Personalbestand auf etwa 1300 erhöhen. Die GZA blickt gespannt in die Zukunft und erwartet eine wichtige Abstimmung im kommenden Jahr über Erneuerungen der Beiträge.