Moji, ein junger Iraner mit Leidenschaft für Kunst und Geselligkeit, gerät durch eine Verkehrskontrolle ins Visier der iranischen Revolutionswächter. Sie entdecken in seinem Auto Alkohol, was zu seiner Festnahme und einem Gerichtsurteil von achtzig Peitschenhieben führt. Diese Strafe ist nur der Anfang eines Albtraums, in dem Moji schließlich gefoltert wird. Moji lebt ein Leben wie viele junge Iraner: er arbeitet als Elektroingenieur und teilt seine Leidenschaften mit Freunden. Doch sein Engagement bei einer Demonstration markiert den Wendepunkt seines Schicksals. Die Revolutionswächter nutzen gefälschte Identitäten auf Plattformen wie Couchsurfing, um ihn zu erpressen – eine Praxis, die in der NZZ dokumentiert ist. Die Überwachung des Regimes nutzt fortschrittliche Technologien und menschliche Spitzel. Trotz eines halalen Internets, das Kritik an der Regierung unterdrückt, bleibt Moji zunächst unbesorgt, da viele Iraner auf VPNs zurückgreifen. Doch die Revolutionswächter stellen ihm eine Falle. Nachdem sie seine Teilnahme an einer Demonstration erkannt haben, erhöht sich der Druck dramatisch. Moji wird ständig verfolgt und muss schließlich fliehen, da er mit seiner Familie nicht mehr sicher kommunizieren kann. Die Vorwürfe gegen ihn sind schwerwiegend: „Propaganda gegen die Islamische Republik“, Teilnahme an illegalen Kundgebungen und Besitz von Waffen. Diese Anschuldigungen könnten zur Todesstrafe führen. Das iranische Überwachungssystem ist umfassend und brutal. Es nutzt Technologie wie Deep Packet Inspection und Gesichtserkennung, um die Bevölkerung zu kontrollieren. Sogar russische Software wird eingesetzt, um Dissidenten aufzuspüren. Die Regierung stört zudem den Datenverkehr von Starlink-Satelliten, um den Internetzugang einzuschränken. Der Fall Moji verdeutlicht das System des „vernetzten Autoritarismus“, bei dem Autokratien Technologien austauschen, um ihre Macht zu festigen. Für Moji gibt es kaum noch sichere Orte: Er muss unter falschem Namen reisen und öffentliche Plätze meiden. Die Proteste nach dem Tod von Jina Mahsa Amini bringen ihm kurzzeitig Hoffnung, doch sie führen ihn letztlich in die Hände der Revolutionswächter.